Advendspurt

Und sie krümmt den Finger, hält noch einmal inne, richtet ihn exakt in der schon so oft eintrainierten Position aus, geht noch einen Moment in sich – hat sie wirklich an alles gedacht? – und ja, jetzt setzt sie an, und – ist es denn die Möglichkeit – JETZT lässt sie ihren Finger elegant auf die Entertaste gleiten und schickt die Bestellung endgültig ab. Meine Damen und Herren – wir sehen sie aufatmen und freuen uns mit ihr, die letzten Geschenke sind online bestellt, das sich langsam aber sicher schließende Zeitfenster perfekt genutzt. Die Erleichterung freilich darf nur kurz anhalten, sie macht vor ihrem geistigen Auge auf der imaginären To-do-Liste eine großen Haken, da aber melden sich die vielen großen und kleinen vorweihnachtlichen To-do-Punkte, ringen die Hände und schreien ihr ein verzweifeltes „Vergiss-uns-Nicht!“ entgegen. Sie sammelt ihre Kräfte, kehrt dem Laptop den Rücken zu und fasst die nächste Hürde ins Auge: Heute ist der letztmögliche Tag für die Bestellung der Festpute.* Wie wäre es, wenn sie den Gang zum Biomarkt mit einer Walkingrunde verknüpfen würde? Schließlich ist das 3-Mal-Laufen-die-Woche in den letzten 7 Tagen viermal ausgefallen … Doch ehe sie sich auf die eine oder andere Art auf den Weg machen kann, klingelt der Postbote (ob ein- oder zweimal, kann in der Hektik nicht entschieden werden, vielleicht bekommen wir zur letztendlichen Klärung da noch eine Zeitlupe von der Regie …) der Postbote klingelt und bringt neben unvermeidlicher Rechnungen – oh das ist schön! – er bringt die erste Weihnachtspost. Doch was ist das? Sie blickt auf den Absender befindet sich ganz offensichtlich in einem kurzen Moment der Schockstarre: Den Grüßenden hatte sie ganz klar nicht auf ihrer Liste stehen. Ja, das muss sie jetzt zugeben, das ist peinlich, da muss sie nochmal nachbessern: Sie kehrt zurück ins Haus, zeigt deutlich Nerven, weiß in diesem Moment offensichtlich nicht, wo sie nach verbliebenen Exemplaren ihrer selbstkreierten Grußkarten suchen soll, sprintet die Treppen zum Arbeitszimmer hoch – es könnte sein, dass sie hinkt, vielleicht macht sich ihre alte Verletzung am Knie wieder bemerkbar – und: Ja, ja, ja, ih wärd narrisch, sie hält eine Karte siegessicher in die Höhe – ich denke, diese Bilder sprechen für sich und ich gebe hiermit zurück ins Studio.

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

*Um dem Protest eingefleischter Vegetarier und Tierschützer zuvorzukommen, verweise ich hiermit auf die Qiéro!-Talk-Kolumne vom 7. Oktober diesen Jahres und den sich daran anschließenden Wortwechsel.

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Sommer 2015: Zeit für ROT/GRÜN

Ein Schelm, der mir koalitionäre oder gar revolutionäre Gedanken unterstellt … Nein, selbstverständlich geht es um zwei Modefarbwelten, die den kommenden Sommer beherrschen werden! Letzte Woche durfte ich – als willkommene Ablenkung zu allumher klingendem Jingle-Bells – einen ausführlichen Blick auf die Qiéro!-Sommerkollektion 2015 werfen: Farblich stachen zwei Trends ins Auge, die Farbfamilien Rot und Grün! Und das jeweils in allen möglichen Varianten: uni oder Farbweltmix, bedruckt oder buntgewebt, punktuell eingefärbt, mit grafischen Mustern oder duftig geblümt. In abgesofteten Farben oder brillant leuchtend … Weil auch die Schnitte höchst unterschiedlich ausfallen von figurnah mit Wow-Dekolleté bis lässig umspielend (und weil selbstverständlich noch viele weitere Farbwelten ihr Recht bekommen) – wird für jede von uns was dabei sein!

So sitze ich jetzt am Schreibtisch mit Blick auf ein kalt-feuchtes Draußen und freue mich schon mal auf nächsten Sommer. Aber halt, nicht so schnell: Eigentlich genieße ich doch auch das Jetzt – bei einer Tasse heißem Tee und eingemummelt in eine meiner Wolljacken … Alles soll seine Zeit haben!

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

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Vorweihnachtsfieber

Geschafft: Rechtzeitig zum 1. Advent, also in diesem Jahr sogar vor dem 1. Dezember, ist das Haus fix und fertig geschmückt! Die Restjahresdeko abgestaubt und zwischengelagert. Die Adventskalender kalorienreich bestückt. Das Adventsgesteck kreiert: schief, aber selbstgemacht! Und alle vollbärtigen und rot gefrackten Männer und Wichtel, alle gold- und silber-strahlenden Engel, alle Stroh-, Papier-, Filz-, Holz- und Ton-Sterne aufgehängt und aufgestellt und an Wände, Türen und Fenster geklebt. Völlig entspannt konnte ich am Wochenende über den Weihnachtsmarkt schlendern – oder mich vielmehr von relativ unbesinnlich gestimmten Menschenmassen an den Ständen vorbei schieben lassen: Ideen habe ich mir hier schon für das nächste Jahr geholt und ansonsten ließ ich mit zufriedenem „Hab-ich-Schon“ und wohltuendem „Brauch-ich-Nicht“ das geschäftige Treiben auf mich wirken. Jetzt habe ich noch etwas Zeit, den Deckel auf die noch nicht ganz gefüllte geistige Geschenkekiste zu machen: Und da gibt’s durchaus noch Luft für ein paar Ideen! Zuhause auf meinem Sofa, eingekuschelt in meine flauschige 3-in-1-Decke (die es jetzt auch in ROT gibt!!! Die Versuchung ist groß …), nippe ich an meinem Tee und lasse mich vom Weihnachtskatalog inspirieren. Na, wie ich das so sehe, werde ich nicht nur fündig bei Geschenkideen für meine Lieben, da schenk ich mir doch auch noch was! Ob es der fluffige Wollschal Fabia wird? Mit seinem dezenten Farbspiel mit Offwhite und Aubergine ist er wie gemacht für mich und meine rote Modephase … die perfekte Ergänzung … Ich hab noch ein bisschen Zeit zum Überlegen … Wenn ich bis zum 20.12. bestelle, kommt er noch rechtzeitig … Aber wenn andere schneller waren …?…

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

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Buchtipp: Großmama packt aus

Ich wollt’s ja eigentlich noch gar nicht lesen. Irgendwann später einmal. Die Bücherstapel neben meinem Bett, neben meinem Sofa und neben meinem Schreibtisch sind hoch. Ich nahm Irene Disches Buch „Großmama packt aus“ nur in die Hand, weil ich es nach einem Gespräch mit einer Freundin aus den Untiefen eines meiner Regale gefischt hatte und es seitdem in der Gegend rumlag. Ich wollte nur aufräumen. Dann schlag ich die erste Seite auf:

„Dass meine Enkeltochter so schwierig ist, hängt vor allem mit Carls geringer Spermiendichte zusammen. Er hat seine kleinen Männer durch Heldenhaftigkeit ermordet. Darüber später mehr. Jedenfalls brachte er nur ein Kind zustande. Und dieses eine hatte das falsche Geschlecht.“

Was so beginnt, will weitergelesen werden!!! Mal davon abgesehen, dass der Tonfall des Buches beglückend und mitreißend schnodderig ist, muss man noch wissen: Jene schwierige Enkeltochter heißt Irene Dische und ist die Autorin des Familienromans, den sie ihrer Großmutter in den Mund gelegt hat – eine geniale Erzählstruktur! Die Geschichte ist also stark autobiografisch: Großmama findet ihren Mann fürs Leben in dem jüdischen Arzt Carl, der für sie nicht nur konvertiert, sondern im Katholizismus auch tatsächlich seine geistige Heimat findet. Den Nürnberger Rassegesetzen ist das bekanntlich egal und die Familie wandert aus: „Wie sollte ich denn ahnen, dass wir allein schon durch unsere Landung in Amerika, dadurch, dass wir unsere Füße auf diesen Boden setzten, dem Schicksal die Möglichkeit gaben, Dische in die Familie hereinzulassen – mit all seinen unappetitlichen Genen, aus denen dann diese seltsame Enkeltochter hervorging (…)“.

Eine tolle Geschichte (nicht nur, aber vor allem für Großmütter, Mamas und Töchter), kurzweilig geschrieben, mit viel Lachen – aber auch Nachdenken – gelesen und mit etlichen Weisheiten verziert: „In den ersten fünfundzwanzig Jahren sieht man ohne Kleider besser aus. Dann sieht man zehn Jahre lang mit oder ohne Kleider gut aus. Und für den Rest des Lebens sieht man dann mit Kleidern besser aus.“

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Oda Gräbner von Qiéro!

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Größenvergleich: Allgemeine Relativitätstheorie

Wer hat den Größten? Im Bekanntenkreis meines Mannes wird diese Frage auf den Fernseher bezogen und immer wieder aufs Neue diskutiert. Gehören wir an und für sich nicht zu den technikaffinsten Haushalten, so sind wir doch gut gerüstet, wenn es rund um das Homekino geht. Der Fernseher ist inzwischen so groß, dass er wirklich kein Unterstelltischchen mehr benötigt. Und doch werde ich nervös, wenn mein Mann – seinerseits von merklicher Unruhe getrieben – wieder einmal den Zollstock hervorkramt, um die von der Einrichtung begrenzten Unterbringungsmöglichkeiten eines noch größeren Fernsehgerätes auszuloten.

Wer hat die Längsten? Seit ich mich (und ich glaube endgültig) vom Züchten einer langen, wallenden Haarpracht verabschiedet habe, bin ich persönlich mit meiner unkomplizierten Kurzhaarfrisur rundum zufrieden. Aber mehr als ein Mal musste ich mir – meist von männlicher Seite – anhören, wie wenig verlockend Shortcut wirke, wie schade es doch um die lange Mähne sei. Aber ist das Leben nicht schon kompliziert genug? Für mich ist waschen – trocknen – gelen perfekt!

Wer hat die Kleinste? In unserer ver-heidi-klumten Welt hat die Frage nach der Konfektionsgröße viel zu viel Gewicht! Oder sehen unsere Normal-Models im Qiéro!-Katalog etwa nicht klasse aus? Und wie sähe es denn auch aus, wenn alle gleich daher kämen: gleich schlank, gleich groß, gleich langhaarig, gleich, gleich, gleich … Nein! Es lebe die Vielfalt, es lebe normal statt Norm – und es lebe das Uns-selbst-so-mögen-wie-wir-Sind!

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Oda Gräbner von Qiéro!

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Der Schuster bleibt bei seinen Leisten – und Qiéro! liebt Schuhe von EL NATURALISTA

Sie sehen Hammer aus und sind trotzdem so öko wie möglich, sie passen zur Qiéro!-Mode wie ein Fuß zum zweiten und das Preis-Leistungsverhältnis ist Spitze! Ungefähr 6 Zeilen Platz haben wir im Katalog, um Schuhe vorzustellen. Reicht das wirklich, um unsere Begeisterung im Einzelnen zu erklären? Nun, es kann nicht schaden, im Fall von EL NATURALISTA an dieser Stelle mal etwas nachzulegen oder besser gesagt: einen Schritt weiter zu gehen!

Kein Grund zu leugnen: Das erste Auswahlkriterium ist das Aussehen! Die klasse Farben und die fantasievollen modischen Formen verführen uns von Saison zu Saison aufs Neue. Bestärkt wird unsere Liebe durch das Wissen, dass EL NATURALISTA ökologisch leichtfüßig besonders kleine Abdrücke hinterlässt: Die spanische Firma setzt auf lösemittelfreie Kleber und naturnahe Färbung, wägt genau ab, wo vegetabile Gerbung sinnvoll ist und wo Legierungen mit einem sehr geringen Chrom-III-Anteil trotzdem besser sind, da sie den Wasserverbrauch deutlich senken. Das hochwertige Naturleder stammt ausnahmslos von Tieren der Lebensmittelerzeugung und wird in größtenteils handwerklichen Verfahren verarbeitet – die sichtbaren Nähte sind nicht nur ein modisches Plus, sondern auch ein Qualitätskennzeichen!

Die Sohlen dürfen wir nicht vergessen, denn diese Marke erkennt man auch von unten! Der Kautschuk ist so komfortabel wie widerstandsfähig und in von der Natur inspirierte Formen gebracht: Bei uns am meisten vertreten sind die der Wüste nachempfundenen Sohlen, die sich von der Zehenspitze bis zum Absatz schwingen. Auf der Website von EL NATURALISTA heißt es lyrisch:

„Die Düne in der Stille der Wüste, in der nur die Melodie des Windes erklingt, während er Formen in den Sand malt.“

So kann man Schritt für Schritt erklären, warum wir diese Schuhe lieben … oder man zieht sie einfach an und die Begründung erfolgt auf dem Fuße!

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

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