Der Jahreskreis schließt sich

So, das war er bereits, der kürzeste Tag des Jahres. Ab jetzt erobert sich das Licht die Vorherrschaft zurück. Einerseits ist es erschreckend, wie schnell die Zeit vergeht. Andererseits aber doch beruhigend: Es geht seinen Gang. Auf die kalte Jahreszeit wird die wärmere folgen, so wie der Dezember auf den November folgte und nach dem Januar der Februar kommt. So war es, so wird es bleiben. Und in den immerwährenden Rhythmus des Jahreskreises fädelt sich unser Leben ein. Mal schwimmen wir auf einer Glückswoge, mal schlägt eine unerfreuliche Welle über uns zusammen. Sind wir oben: Genießt es! Sind wir unten: Kopf hoch, wird auch wieder anders!

Mit dem Ende des Jahres schauen wir zurück: Die schönen Momente halten wir in unserer Erinnerung fest, um uns immer wieder daran zu erfreuen. Und was nicht so gut lief? Können wir etwas ändern, dann machen wir es künftig besser. Liegt es nicht in unserer Macht, na dann müssen wir wohl damit zurechtkommen.

Ich wünsche Ihnen und Euch für die Feiertage die Zeit, sich an die schönen Momente des vergangenen Jahres zu erinnern. Und für das kommende? Viele große und kleine Glückswogen!

Nicht nur der Jahreskreis schließt sich, denn dies ist meine letzte Kolumne für Qiéro! Ich möchte mich von Herzen bedanken für das treue Lesen und die lieben Kommentare in den vergangenen fünf Jahren und bleibe

Ihre und Eure
Oda Gräbner von Qiéro!

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Joseph-Marie Jacquard hat mustergültig die Mode verändert

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Strickjacke Marlena

Not macht bekanntlich erfinderisch. Die Not des 1752 in Lyon geborenen Joseph-Marie Jacquard bestand darin, schon als Kind seiner Mutter bei der Arbeit helfen zu müssen: Musterfäden ziehen. Von Hand. Wie mühsam. Natürlich sahen die am Webstuhl entstandenen Stoffe mit den schönen Mustern toll aus und sie bildeten schließlich die Lebensgrundlage der Jacquards. Aber Joseph-Marie hasste diese Arbeit! Und wahrscheinlich war es genau dieser Hass, der Jacquard nach einigen Umwegen und Fehlschlägen einen Musterwebstuhl konstruieren ließ, der Handarbeit überflüssig machte. Im Grunde war es eine frühe Form der Digitaltechnik, mit der er die Textilindustrie revolutionierte: Dank Lochkartensteuerung ist jeder Faden, den die Webmaschine verarbeitet, einzeln programmierbar. Und so entsteht das Muster: Die Lochkarte gibt die Anweisung, an welcher Stelle der Webstuhl den Faden anheben muss, damit der dann auf der Sichtseite zum Muster beiträgt. Einmal programmiert, produziert der Webstuhl im Alleingang endlos auch komplizierteste Farbgebilde. Später wurde das Prinzip auf Strickmaschinen übertragen … und funktioniert noch heute! Zugegeben, Computer haben die Lochkarten abgelöst, aber das zugrunde liegende Verfahren ist gleich geblieben. Und sind es nicht grandiose Farbspiele, die wir Jacquard verdanken? Nehmen wir zum Beispiel den Qiéro!-Pulli Teresa: Die Farben Curry, Kastanie, Kiwi, Darkpetrol, Flaschengrün finden sich in immer neuen Varianten zu den tollsten Mustern. Mal floral, mal grafisch, immer schön! Die identische Musterfolge zeigt unser Schal Teresa mit dem Vorteil, dass der gleich zwei klasse Seiten hat: Denn jeder Faden, der auf der einen Seite gerade nicht für das Muster gebraucht wird, trägt zum Negativ-Muster auf der anderen Seite bei. Positiv für uns! So erhöht sich die Vielseitigkeit so manchen Kleidungsstücks. Poncho-Tuch Valerie zeigt sich auf seinen beiden Schauseiten unterschiedlich groß gemustert, auch das hat Jacquard möglich gemacht! Jacquard-Mode ist und bleibt ein Hingucker und ist dank der verschiedenen verarbeiteten Fadenfarben super kombinierbar. Was jetzt nicht heißt, dass ein auf zwei Farben reduziertes Jacquard-Muster nicht auch klasse sein kann, siehe Strickjacke Smilla in blumigem Schwarz-Weiß.

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

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Filmtipp & Verbeugung vor Helen Mirren: Die Frau in Gold

90 Jahre musste Maria Altmann werden, um die von ihr geerbten Bilder Gustav Klimts nach einem 8-jährigen Rechtsstreit von Österreich zu bekommen. Und hier bin ich auch gleich an dem wirklich einzigen Kritikpunkt an der Verfilmung dieser Geschichte angekommen: Helen Mirren spielt die Hauptfigur in „Die Frau in Gold“ brillant wie immer ­― aber die 90 Jahre nimmt man der 1945 Geborenen nicht ab. So, und ab jetzt wird nur noch gelobt: Simon Curtis‘ Film ist kurzweilig, einfühlsam und bringt den Nachgeborenen Geschichte nahe, die nicht vergessen werden darf. (An dieser Stelle will ich Kritiker beschwichtigen, die das Geschehen nicht 1 zu 1 abgebildet sehen: Eine Geschichtsdokumentation und ein Spielfilm sind zwei Paar Stiefel, letzterer muss für ein gelungenes Gesamtbild nicht jedes Detail auf die Goldwaage legen.) In mit der Gegenwartshandlung verwobenen Rückblenden wird die Geschichte in erster Linie des in Gold gehaltenen Portraits Adele Bloch-Bauers erzählt: 1907 malt Gustav Klimt die Tante Maria Altmanns. Während die Nationalsozialisten in Österreich wüten, wird ein Großteil des Besitzes der jüdischen Familie beschlagnahmt und Klimts Bilder landen in der Österreichischen Galerie Belvedere, in der sich vor allem die „goldene Adele“ zum gut vermarkteten Besuchermagnet entwickelt. Nicht verwunderlich wenn auch unverzeihlich, dass Österreich „seine“ Klimt-Bilder weder 1945 an die rechtmäßigen Besitzer zurückgibt noch 1998 auf die Restitutionsforderungen der erbberechtigten Amerikanerin Maria Altmann einzugehen bereit ist. Man verneint Besitzverhältnisse, findet Gesetzeslücken und zieht die Prozesse nicht zuletzt im Hinblick auf das hohe Alter der Klägerin in die Länge. Schließlich siegt die Gerechtigkeit ― ein schöner Filmplot! Einige deutsche Schauspieler dürfen mitwirken: Die Tatort-Fans als Partnerin Joachim Króls bekannte Nina Kunzendorf spielt Maria Altmanns Mutter, Moritz Bleibtreu gibt in einer Minirolle Gustav Klimt und Daniel Brühl glänzt als Hubertus Czernin, der österreichische Unterstützer der Forderungen Altmanns. Genial ist das filmische Verweben der unterschiedlichen Zeitebenen, das beeindruckend klar macht: Das erlittene Unrecht bleibt den Betroffenen ein Leben lang präsent, selbst und gerade dann, wenn sie 90 Jahre und mehr erreicht haben.

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

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Geschenke-Countdown läuft

Leugnen hilft nichts mehr, die erste Kerze brennt, das große End-Jahres-Fest rückt näher und näher. Und somit auch die nicht immer einfach zu beantwortende Frage nach den Geschenken. Prinzipiell ist das Schenken (und natürlich das Beschenkt-Werden) eine schöne Sache. Aber die Anzahl der Ideen stimmt leider nicht immer mit den benötigten Geschenken überein. Selten sind die Ideen in der Überzahl. Ziemlich regelmäßig und meist bei dramatischer Ideenlosigkeit nehme ich mir vor, das ganze Jahr über schon nach möglichen Geschenken Ausschau zu halten. Da ich diese auftauchenden Gedankenblitze aber nur selten notiere, vergesse ich sie mit schöner Regelmäßigkeit und so schlägt die Ideen-Waagschale wieder einmal zu meinen Ungunsten aus … Ein Blick in den Qiéro!-Weihnachtskatalog inspiriert: Für technikaffine Menschen sind die Motor-Bausätze genial! Der V8-Motor aus 250 Einzelteilen oder der V2-Motorradmotor aus 150 Teilen: Ohne Kleber werden sie in nur 2-3 Stunden zusammengebastelt, funktionieren und man kann dank transparentem Gehäuse dem Motor sogar beim Arbeiten zusehen. Spiele gibt’s in allen wichtigen Kategorien: Stylish und aus einer deutschen Holzmanufaktur sind die Strategie-Spiele Quint-X und Rincala und das Solitärspiel Taituu. Das Design ist so gelungen, dass die Spiele sich auch in ungespielten Phasen sehen lassen können! Ein total praktisches Geschenk ist das Spiel Happy Numbers: Mit der Hilfe von ungewöhnlichen und witzigen Bildern sowie originellen Geschichten kann man sich mit etwas Übung immer längere Zahlenreihen merken — PIN-Nummern sind ab jetzt ein Klacks! „Wo ist bitte Umtata?“ heißt ein spaßiges Länder-Frage-und-Antwort-Spiel. Zum Beispiel auf die Feststellung „Der Adventskranz wurde in Umtata erfunden.“ gilt es jetzt, Umtata auf der Europakarte zu orten. In diesem Falle ist es … na? … jawohl: Deutschland! Wer das nicht weiß, lernt es erstens jetzt und zweitens hat er trotzdem die Chance zu gewinnen. Denn wer die richtige Himmelsrichtung oder die zufällige Länderfarbe errät, der punktet auch.

Na toll, diese Geschenke habe ich hiermit öffentlich gemacht, die scheiden für meine zu Beschenkenden also schon einmal aus. Na, es gibt ja noch mehr zu entdecken! Und für mich selbst bestelle ich auf alle Fälle die Schluckimpfung gegen X-Mas Stress von Dr. P. Lacebo, denn Humormedizin kann ich jetzt gebrauchen.

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

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Normal statt Norm

In der Zeitung lese ich heute, dass immer mehr Modemacher erkennen, dass sich auch Frauen jenseits der Modellmaße gerne gut kleiden: Guten Morgen, auch schon gemerkt? Auf die Gefahr hin, hier eine Eigenlobduftbombe platzen zu lassen: Bei Qiéro! werden Frauen schon lange fündig, ganz gleich, ob sie XS oder XXL, Größe 34 oder 52 tragen! Und im Gegensatz zu manch anderen behandeln wir alle Konfektionsnummern gleich, der Preis ist identisch. Das bewährte Motto lautet „Normal statt Norm“, jede lebe nach ihrer Façon und in ihrer Lieblings-Fashion, ganz unabhängig von irgendwelchen idealisierten oder standardisierten Konfektionsmaßen. Und weil nicht alle Tage gleich und der Mensch auch mal wechselnd in Form ist, haben sich die anpassungsfähigen Schnitte und Stoffe besonders bewährt: Kleider und Shirts mit Wickel sind perfekt! Dabei spielt es keine große Rolle, ober der Wickel beim Anziehen neu gebunden wird oder ob er praktisch fixiert ist, Kleid und Shirt passen sich den Gegebenheiten perfekt an, unterstreichen die körperlichen Vorzüge und kaschieren, was verborgen werden will. Auch Raffungen im Brust- oder Taillenbereich funktionieren auf diese Weise! Am wichtigsten bleibt doch die Erkenntnis: Wohlfühlen hängt nun wirklich nicht von den Maßen ab!

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

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Jacken sind Seelenwärmer oder: Warum ich trotzdem auch jetzt über Mode schreibe

Vergangene Woche gab es wahrlich genug Beweggründe, den Kopf einzuziehen, sich unter eine Decke zu verkriechen und ein Taschentuch für Trauertränen zu suchen. Mit der Nachricht vom Tod eines einzelnen Großen fing es an, das Auffinden von acht ganz kleinen Toten schockte noch mehr und schließlich das Gemetzel in Paris … Fast wagt man sich nicht in den Alltag. Und doch: Die Kinder müssen früh auf den Schulweg gebracht werden, das Essen gekocht, die Wäsche gewaschen, die Termine bei Arzt, Rathaus und sogar beim Friseur eingehalten werden. Der Bäcker backt weiter Brötchen, der Fleischer macht Wurst ‑ und die Texterin schreibt. Und weil mein Thema nun einmal vor allem die Mode ist, schreibe ich auch heute darüber. Ein Realitätsbezug bleibt: Denn gerade wenn wir psychisch oder physisch angegriffen sind, finden wir in Jacken aller Art Schutz, der weit über körperliche Wärme hinausgeht. Jacken sind Seelentröster! Gewebt und in Blazer-Form geben sie uns Halt, wenn’s offizieller hergeht: Unterschätzen Sie nie die Außenwirkung Ihrer Kleidung! Wie die Uniform dem Soldaten oder Polizisten verleiht Ihnen Ihr Business-Outfit mit Blazer eine Ausstrahlung, die Ihren Argumenten entscheidendes Gewicht gibt. Der wunderschöne Unterschied zur Uniform allerdings ist: Unsere Mode ist alles andere als uniform! Für weniger offizielle Anlässe sind die Seelen wärmenden Jacken gestrickt, je nach Jahreszeit ist das Garn dicker oder dünner, seidig glatt oder üppig flauschig. Für mich persönlich habe ich festgestellt: Je größer der Seelennotstand, desto länger die Jacke, und desto weiter. In manchen ist sogar Platz für die Aufnahme eines kuschelbedürftigen Kindes. Und weil wir uns mal so, mal so fühlen, weil es mal warm und mal kalt ist, weil uns mal nach Blau, mal nach Rot und mal nach einer ganz anderen Farbe der Sinn steht, ist jetzt endlich auch klar, warum ich so viele Jacken brauche! Sie tun mir gut, jede einzelne.

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

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