Kreatief: Können auch Alkoholgegner auf Schnapsideen kommen?

Schreiben ist mein Hobby und meine Leidenschaft, die ich zu meinem Beruf machen durfte. Das ändert freilich nichts an der Tatsache, dass auch mir das Worteklauben nicht immer locker flockig von der Hand geht. Manchmal liegt das an einem Anflug von Grippe, der das Gefühl der Hirnerweichung nach sich zieht. Manchmal liegt es auch an den Themen: Denn nicht immer darf ich über Mode schreiben, die ich am liebsten selbst trage. Oder von Büchern schwärmen, die ich neulich erst verschlungen habe.

Also passiert es hin und wieder: Ich sitze am Schreibtisch, zerraufe mir die Haare, stiere aus dem Fenster … und warte auf das hoffentlich baldige Sich-Davonmachen des Kreatiefs. Das ist normal, dafür muss man sich nicht schämen, das ging schon ganz anderen so! Der von mir für manch tröstende oder erheiternde oder besinnliche Gedichtzeile hoch verehrte Joachim Ringelnatz z. B. kapitulierte, als er im Auftrag einer Berliner Agentur die Badewannen der Firma Krauss bewerben sollte. Wie in dieser Branche üblich schrecklich unter Zeitdruck stehend, war dies alles, was ihm zu dem Thema einfallen wollte:

Der Name Krauss ist mir ein Schreck, ich bade nie, ich liebe Dreck.

Verdient hat Ringelnatz mit diesem Zweizeiler wohl nichts – obwohl ich ihn deutlich ansprechender finde als den Slogan, mit dem vorher geworben wurde: „Dies ist ein Spruch für jedes Haus: Wer Wasser braucht, der braucht auch KRAUSS.“ Aber ob werbetechnisch erfolgreich oder nicht, Ringelnatz hat sich einmal mehr einen Platz im zagenden Herzen der Kreativen gesichert.

 

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Oda Gräbner von Qiéro!

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Urlaubsandenken: So oder so!

Muscheln vom Strand, Steine in allen möglichen Formen und Farben (am liebsten die Glück bringenden Hühnergötter!), die von Roy Lichtenstein verewigte Dose Cambells‘ Tomato Soup aus den USA (nach 17 Jahren ist die Flüssigkeit entwichen und die Tomatensuppe klappert beim Schütteln), Streichholzschachteln aus Griechenland, Schweden, Norwegen und Dänemark (stark verblichen und mit abgenutzten Seitenflächen), Kacheln aus Italien … Jeden Urlaub soll ein Andenken zumindest ein kleines Bisschen in den Alltag hinüberretten. Leider aber passiert es immer einmal wieder auch andersherum – dabei versuche ich tatsächlich aufzupassen! In Südengland habe ich vor unglaublichen 19 Jahren einen sanft blauen wollenen Longpulli im Schrank unserer Bed & Breakfast Unterkunft hängen lassen: Er war ein Geschenk meines Mannes – und obwohl der Urlaub wirklich toll war, denke ich eben dieses Pullis wegen doch mit einem Hauch von Wehmut an ihn zurück. Weniger emotionsgeladen sind selbstverständlich irgendwelche Zahnbürsten, Duschgels oder Flaschenöffner, die sich während hektischer Aufbruchsstimmung dem allgemeinen Kofferpacken entziehen. Aber die flauschige Doubleface-Jacke (außen Jersey, innen Fleece), die sich genau sechs Wochen in meinem Eigentum befand und jetzt hinter der Tür unseres Ferien-Schlafzimmers auf eine Mitnahmegelegenheit wartet, die hat wieder das Zeug zu einem Urlaubsandenken der besonderen Art.

 

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Oda Gräbner von Qiéro!

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Vegetarisch oder bio?

Manchmal drängen sich Fragen auf, die man sich nie stellen wollte. Ich z.B. sah mich genötigt, folgende Entscheidung zu treffen: Willst du biologisch angebauten Salat essen oder bevorzugst du vegetarische Kost? Beides gleichzeitig geht nämlich nicht, zumindest nicht meiner Erfahrung nach. Gut, die Schnecken kann ich zu nahezu 100 Prozent aus dem Salat pflücken, die haben ja auch eine ansehnliche und somit auffallende Größe. Aber das ganze Kleingetier? Da wasch ich und drehe und wende jedes Blatt einzeln … und doch würde ich meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass sich wirklich kein einziger Mini-Proteinlieferant in der Sauce windet. Verstehen wir uns nicht miss: Das ist keineswegs ungesund. In manch teuren Slow-Food-Lokalen bezahlt man für derlei Delikatesse! Aber vegetarisch ist es eben nicht …

 

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Oda Gräbner von Qiéro!

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Aber jetzt: Der Qiéro!-Herbst kommt!

Der Katalog ist da und ich sehe ROT! Oder – um es anders auszudrücken – ich habe beschlossen, dass mein persönlicher Mode-Herbst in verschiedenen Rottönen leuchten wird: Die Treggins Cool in Pflaume sind schon in meinem Kleiderschrank. Dazu wird sich hoffentlich bald Strickjacke Lena gesellen: Ebenfalls in Pflaume, schön lang und mit schmeichelndem Schalkragen bis zum Saum. Und damit ist eine echte Lücke geschlossen, denn diese Farbe fand sich noch nicht unter meinen … oh, ich weiß jetzt gar nicht, wie viele Strickjacken ich besitze … aber eigentlich muss ich mich doch nicht wirklich rechtfertigen für die gefühlte 99. Strickjacke, oder?

Schließlich habe ich mir noch ein Prunkstück in Weinrot bestellt: den Jacquard-Wollmantel Stina! Ach Freunde, es wird ein prächtiger Herbst!

 

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Oda Gräbner von Qiéro!

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Robin Williams: Lachen ist doch die beste Medizin

Ein genialer Schauspieler ist tot – viel ist in der letzten Woche über ihn geschrieben worden. Was ich vermisst habe unter all dem Lob von Mork vom Ork, Peter Pan und Mrs. Doubtfire ist einer meiner Lieblingsfilme: The Birdcage.

Es ist lange her, dass mir dieser 1996 gedrehte Film empfohlen wurde – und ich war sehr, sehr skeptisch! Ein amerikanisches Remake einer französischen Komödie, das soll gut sein? Ein Film über ein homosexuelles Paar, über einen Travestiekünstler mit allem dazugehörenden Tutu und Tamtam, das soll lustig sein?

Angesehen habe ich ihn mir dann doch: und verlor komplett die Beherrschung vor Lachen. Tränen kullerten, Atemnot setzte ein und ich verstand auf einmal, was gemeint ist mit „sich vor Lachen wegschmeißen“. Es ist ein geniales Drehbuch (eine geplante Hochzeit lässt die unterschiedlichsten aller Welten aufeinanderprallen) – und jedes einzelne Ensemblemitglied spielt seine Rolle perfekt! Gene Hackman als von der Realität eingeholter konservativer Senator („Was ist los? Ich versteh das nicht!“), Dianne Wiest als Senatorengattin und treusorgende Mutter der Braut („Ich bin auch ein Mensch mit Gefühlen!“), Nathan Lane als perfekte Diva und treusorgende Mutter des Bräutigams – und eben Robin Williams als am Rand der Verzweiflung jonglierender Vater des Bräutigams. Eine meiner vielen Lieblingsszenen des Films: Robin Williams/Armand bringt Nathan Lane/Albert bei, männlich wie John Wayne einen Toast zu schmieren und schmieren und schmieren und schmieren …

Längst besitze ich „The Birdcage“ als DVD – und es ist eine der Scheiben, die ich einlege, wenn bessere Laune nottut, z.B. nach dem Tod eines genialen Schauspielers.

 

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Oda Gräbner von Qiéro!

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Modenvorschau bei Qiéro!: Es kommen goldene Zeiten!

Vergangene Woche habe ich mir die Frühjahrskollektion im Hause Qiéro! zeigen lassen … – Ja, richtig gelesen: Wir arbeiten am Katalog für Frühjahr 2015, während der für die Herbstkollektion noch nicht mal in Euren Briefkästen steckt. Wenn man noch bedenkt, dass schon monatelang Vorbereitungen gelaufen sind, ehe ich mit dem Betexten der Artikel überhaupt beginne: Die Modewelt hat ihren eigenen Kalender!

 

Doch ich drifte ab: Eigentlich wollte ich ja ein bisschen schwärmen von dem, was da modisch auf uns zukommt – im Frühjahr 2015. Ein Pullover in einem fantastischen Stahlblau fällt mir zum Beispiel ein: Den hab ich mir in meinem geistigen Hinterstübchen schon gesichert! Seegrün wird eine Trendfarbe sein: Von Kleid bis Schuh, feine Sachen! Und duftig zarte Blusen und Blüschen: umspielend oder figurnah, dezent oder farbig, lang oder kurz. Ja und dann, ich hätte es nie geraten, aber es sieht klasse aus: Goldene Zeiten kommen! Nicht soooo golden wie das Hemd, das sich der indische Geschäftsmann Pankaj Parakh aus vier Kilogramm Gold von zwanzig Goldschmieden hat anfertigen lassen. Diese Mode wäre mir zu schwerwiegend! Nein, der Qiéro!-Goldtrend wird ganz luftig leicht: Ein zarter Netzpullover fällt mir ein und eine passende Sandale im goldigen Usedlook dazu … Wir schreiben noch nicht einmal Mitte August und ich freue mich schon auf das kommende Frühjahr!

 

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Oda Gräbner von Qiéro!

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