Ballverlust

Wie viele Bälle verbraucht ein Fußballjunge eigentlich? Einmal ganz davon abgesehen, dass phasenweise ALLES zum Ball wird, was auch nur annähernd rund ist: Wollknäuel, Apfelsine, Luftballons sowieso, Tannenzapfen, ach und leider auch Steine. Nein, versuchen wir nur, die echten Bälle zu zählen. Den ersten Ball hat mein Sohn von mir geerbt. Es ist ein bunter Stoffball von Steiff, der heute noch im Einsatz ist, da der Junior der Meinung ist, das absolute Ballspielverbot im Wohnzimmer würde durch Plüsch ausgehebelt. Wird es nicht. Eigentlich. Aber naja. Dann waren da noch diverse Softbälle … Und dann kamen die echten Fußbälle. Sie kamen und gingen. Ganz gleich, ob aus Kunstleder oder De-luxe-Ausführung, länger als ein halbes Jahr hielt sich kaum einer. Die einen verschwanden in mannshohen Hecken, einer wurde Opfer eines Kaktusstachels und hauchte leise pfeifend sein Leben aus, manche wurden so lange bei Wind und Wetter im Garten „gelagert“, bis sie sanft dahinkompostierten. Wenn ich den Blick vom Schreibtisch hebe und in den Baum vor meinem Fenster blicke, dann habe ich auch einen Ball vor Augen: In fünf Meter Höhe sitzt er eingekeilt in einer Astgabel und wartet seit drei Monaten, dass ihm die Luft ausgeht und er wieder nach unten darf. Diverse Stürme haben inzwischen unseren Garten durcheinandergewirbelt – allein der Ball bleibt stoisch an seinem Platz. Nun, sehen wir ihn einfach als stille Reserve.

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Oda Gräbner von Qiéro!

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Schuh-Antwort an die Weggefährtin und an alle Qiéro!-Kundinnen

Meine liebe Weggefährtin und Qiéro!-Textkollegin spielt in ihrem Kommentar zu unserer Frankfurt-Auszeit auf den Zusammenhang von Großstadt-Pflaster-Treten, schönem Schuhwerk und wehen Füßen an: Nun gut, noch einmal 4 ½ Stunden Flohmarkt wären wahrscheinlich nicht nur für den Geldbeutel schmerzlich geworden, aber bis dahin ging es – oder besser gesagt: ging ich – doch eigentlich ganz gut! Kurze Erläuterung zu meinem Outfit, das farblich perfekt aus verschiedenen Qiéro!-Saisons zusammengestellt war: Zuoberst Jacke Carla (soft gewaschenes Aqua, Frühjahr 2015), drunter Classic Top in Indigo (Frühling 2013), dazu die jeansblau stückgefärbte Hose Blue (Frühjahr 2014) und eben Pumps Blue in magischem Tiefseeblau (Frühjahr 2010). So, und was hatte die kluge Texterin vor etlichen Jahren zu diesen Schuhen geschrieben? „Die tragen Sie bequem den ganzen Tag – und abends auch noch ins Theater!“ Gut, 6 cm Absatz und Katzenkopfsteinplaster sind manchmal eine etwas instabile Kombination, aber dafür kann der Schuh ja nichts und ich durfte feststellen, wenn im Qiéro!-Text steht, der Schuh ist bequem, dann ist er das auch. Punkt. Denn was für unsere Mode gilt, ist selbstverständlich auch Motto für die Schuhe: alltagstauglich & nicht alltäglich! Deshalb sind nicht nur die flachen Treter chic und bequem, sondern tatsächlich auch die hohen! Ob das jetzt die Schrittmacher mit biegsamer Holzsohle von Softclox und Sanita sind oder die mit Kautschuksohle von El Naturalista: Mit 4,5 bis 7 cm Absatz stehen Sie bequem über den Dingen und Ihre Füße genießen weiches, anschmiegsames Leder!

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Oda Gräbner von Qiéro!

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Haut Haute Couture um?

Nein, mich nicht. Zumindest nicht, wenn ich sie als potenzielle Kleidung für mich in Betracht ziehe. Vielleicht eher als originelle Kunstwerke … diesmal nicht an der Wand hängend, sondern über den Laufsteg catwalkend. Glücklich sehen die Mädels sowieso nicht aus, wenn sie die Mode der GANZ GROSSEN präsentieren, aber das wird ja auch nicht von ihnen verlangt. Im Gegenteil: Bitte nicht lächeln! Trotzdem schaue auch ich mit einer gewissen Faszination zu, wenn Heidi Klum ihre nur aus Kopf und langen, dünnen Beinen bestehenden Models über den Bildschirm schickt. Warum fällt mir jetzt ein Zitat aus meiner alltagsbegleitenden Serie „King of Queens“ ein? „Es ist wie ein Autounfall: Hinschauen tut weh, aber wegschauen geht auch nicht.“

Hiermit bekenne ich mich einmal mehr 1. zu alltagstauglicher Mode, die keineswegs alltäglich sein muss und die ich 2. mit einem Wohlfühl-Lächeln im Gesicht trage! Da darf gerne auch einmal etwas Auffälligeres dabei sein, aber normal bewegen muss ich mich darin können! … und noch einen nicht zu unterschätzenden Vorteil hat die von mir favorisierte „Normalmode“ natürlich: Für den Preis eines Haute-Couture-Exemplars kann ich den halben Katalog bestellen – mindestens. Ach übrigens: Bis zum 18. Mai bestelle ich bei Qiéro! portofrei … das trifft sich gut.

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Oda Gräbner von Qiéro!

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Immer eine Auszeit wert: Städel Museum Frankfurt

Mary Cassatt 002Der Mantel könnte auch von Qiéro! sein: Eine klasse Kombination herbstlicher Naturfarben trägt Lydia Cassatt da, als sie versonnen auf der Parkbank sitzt. Das Muster des Mantels ist nicht genau zu erkennen, na, dafür ist es ja auch Impressionismus! Mary Cassatt hat nicht nur ihre Schwester porträtiert, sondern auch zauberhaft die Melancholie einer ganzen Jahreszeit eingefangen. Die Amerikanerin war die einzige Vertreterin ihres Kontinents auf der Impressionistenausstellung 1881 und eine der fürchterlich wenigen Malerinnen, die gezeigt wurden. Für mich ist ihr Gemälde einer der Höhepunkte der Ausstellung, die bis zum 28. Juni im Städel Museum Frankfurt läuft: „Monet und die Geburt des Impressionismus“. Einer weisen Eingebung folgend, hatten wir Karten im Internet vorbestellt, denn die Schlange der auf Einlass Hoffenden kann schon mal die 50-Meter-Grenze knacken. Drinnen drängt und schiebt man sich, die Luft ist verbraucht. Vor einzelnen Werken häufeln sich die Betrachter mehrreihig: Audioguide und Ausstellungsführer setzen Schwerpunkte.

Keine Frage: Die Ausstellung lohnt sich! Aber ein bisschen erleichtert bin ich doch, als ich durch bin. Wie erholsam ist es da, noch einen Abstecher zum ständigen Bestand des Museums zu machen. Kaum eine Menschenseele ist hier! Und dabei gibt es so herzerfrischend Schönes zu entdecken: Erst auf den zweiten Blick erkennt man in der Skulptur „Aetas Aurea“ die junge Frau, die liebevoll ihr Kind küsst. Aristide Maillol heißt der italienische Bildhauer, der es geschafft hat, Mutterliebe in Bronze festzuhalten.

 

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Wunderbar entspannte Modezeiten

Manche bedauern, die Welt sei unübersichtlich geworden. Aber in Bezug auf unser Auftreten bringt das einen höchst vereinfachenden Vorteil: Es existiert nicht mehr die eine Mode, der wir uns unterwerfen müssen. Stattdessen umgibt uns eine Fülle modischer Strömungen und wir picken uns das heraus, was uns besonders gut steht, was uns besonders gut gefällt, worin wir uns besonders wohlfühlen. Die Zeiten von „Das trägt man doch nicht!“ oder „Was, das hast du noch nicht?“ sind glücklicherweise vorbei. Jede Einzelne von uns darf ihren eigenen Stil entwickeln, kann selbst entscheiden, welches Ich sie in der Öffentlichkeit unterstreichen möchte. Natürlich holen wir uns Anregungen, man muss das Rad ja nicht neu erfinden. Aber die Entscheidung für den ein oder anderen Stil liegt nur bei uns – und nie war die Auswahl größer!

 

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Runde Sache: Nachruf zu Lebzeiten

In Anbetracht der Tatsache, dass ich diese Kolumne ursprünglich dem Fußball verdanke – schließlich wollte Qiéro! ein begleitendes und Kontrastpunkte setzendes Programm zur WM 2010 bieten – fühle ich mich verpflichtet, gedanklich ab und zu zum Fußball zurückzukehren. Und nachdem in der vergangenen Woche zwei Fußballheroen in einem einzigartigen Weitwurfwettbewerb das Handtuch geschmissen haben, ist es jetzt wieder einmal an der Zeit für mich, die Welt rund um den Fußball zu kommentieren. Zwei Männer, die vom Rand des Rasens die Fußballwelt prägten, geben das Feld frei: Jürgen Klopp bei Borussia Dortmund und Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt beim FC Bayern München. Einmal davon abgesehen, dass der eine Trainer und der andere Arzt ist, überwiegen die Gemeinsamkeiten der beiden Herren!

Beide sehen gleich alt aus: Die Geburtsjahre liegen auch nur 25 Jahre auseinander und fallen rein optisch tatsächlich kaum ins Gewicht.

Beide beeindrucken durch ihre Haarpracht: Nun, bei Klopp ist bekannt, dass er bei der Haarfülle hat nachhelfen lassen. Und Müller-Wohlfahrt ist eben ein laufendes Werbemännchen für die von seiner Firma vertriebenen Nahrungsergänzungsmittel oder hat nicht nur den Fußballern, sondern auch sich selbst sein berühmtes Gemisch aus Kälberblut und Honig gespritzt.

Beide sind ein beliebtes Kameraobjekt abseits des Spielfeldes: Der eine, weil er wie be-klopp-t auf und ab hüpft und ausfällige Kommentare brüllt. Der andere, weil er auch in blutigsten Notfällen selbstgewisse Ruhe ausstrahlt und Ausfälle verhindert.

Und schließlich wollen beide als prägende Kraft hinter dem Erfolg ihrer Mannschaften in Erinnerung bleiben und verlassen deshalb das Schiff, ehe es im Shitstorm versinkt …

 

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Oda Gräbner von Qiéro!

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