Na warte Truthahn, Weihnachten kommt bestimmt!

P1060721

Ja, jetzt guckst du frech, läufst mir vor den Füßen rum und pickst nach imaginären Körnern. Aber warte nur, balde … Die Herbstanzeichen und damit die Hinweise auf den kommenden Winter sind unverkennbar: Draußen rieseln die Blätter, die ersten Autoscheiben mussten früh schon freigekratzt werden und abends, oje, wird es schon ab 19 Uhr dunkel, und das, obwohl die Zeitumstellung ja noch gar nicht war … Ist es da ein Wunder, wenn ich angesichts des üppigen und verführerisch tänzelnden Truthahns an den Festtagsbraten denke? Und an seine Füllung!!! Eine geniale Mischung aus Bratwurstmasse, zerkleinerten Innereien, weißem Pfeffer und Petersilie, Salbei, Muskatnuss. Also lassen wir die warme Jahreszeit ziehen, genießen die herbstlichen Sonnenstrahlen (so sie es durch die Wolken schaffen) und freuen uns auf das, was vor uns liegt … oder gebraten und delikat gefüllt vor uns liegen wird!

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

PS: Mit dem leckeren Essen sollten wir nicht bis Weihnachten warten! Wie wäre es jetzt mit Monikas Kürbissuppe mit Salbei-Croûtons oder mit Katys Amerikanischem Kürbisbrot? Und das sind nur 2 von lauter leckeren Lieblingsrezepten des Qiéro!-Kochbuchs!

Kommentare (2) »

Sprachdenkmäler: Nicht nur Tiere sind vom Aussterben bedroht!

Meine Heimat ist eher ländlich geprägt, der hiesige Dialekt markant und vielfältig, mit nuancierten Abwandlungen alle 150 Meter. Bin ich im nördlichen Deutschland unterwegs, verrät mein Zungenschlag sofort meine Herkunft. Hier zuhause allerdings hören die Einheimischen beim ersten Wort, dass ich nicht wirklich von hier stamme, sondern eine „Reigschlaafte“ bin, wenn auch bereits in zweiter Generation.

 

Weil heutzutage die allseits verlangte Mobilität die Sprachvermengung fördert, gerät mehr und mehr in Vergessenheit, was des Erinnerns doch wert wäre. Wer weiß denn noch, wie die Oma im Hinterhof nach dem Kleinvieh gerufen hat? Kaum einer! Deshalb setze ich im Folgenden ein tierisches Sprachdenkmal:

Wiebella              =             kleine Gänse

Dilla                      =             kleine Enten

Gluugella            =             kleine Hennen

Ziebella               =             eierlegendes Huhn

Hebbes                =             kleine Ziegen

Moggella            =             Kälber

 

Wäre doch schade, wenn das keiner mehr wüsste, oder?

 

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

Kommentare (2) »

Ausflugstipp: Es gibt so tolle Zoos, aber …

Ich bin mir darüber im Klaren, dass meine Vorliebe für Zoologische Gärten angreifbar ist. Hinter Gittern ist nie schön, ganz gleich, ob es sich um eine Seifenoper, um die vorübergehende und hoffentlich erziehungswirksame Unterbringung eines Fußballmagnaten oder um das Einsperren eben von Tieren zwecks ständiger Beglotzverfügbarkeit handelt. Das zumindest im Unterbewusstsein vorhandene Schuldgefühl steigert sich vor den Käfigen und Anlagen der Menschenaffen so stark, dass ich diese inzwischen bei meinen Besuchen weitgehend ausspare … Es schleicht sich der Gedanke ein, dass es dieser Spezies in erlebbarer Zeit möglich sein wird zu kommunizieren: „Warum habt ihr uns eingesperrt und von früh bis abends mit eurem indiskreten Gaffen verfolgt?“ Nein, dem Augenkontakt mit diesen Tieren halte ich schon nicht mehr stand.

Auch wenn die Entfaltungsmöglichkeit der tierischen Insassen gar zu eingeschränkt ist, tauchen unmittelbar Rilkes Verse auf:

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe / so müd geworden, daß er nichts mehr hält. / Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe / und hinter tausend Stäben keine Welt.

Zum Glück sind inzwischen die meisten Tiergärten deutlich artgerechter gestaltet als damals der Pariser Botanische Garten, in dem Rilkes Panther sein äußerst beschränktes Dasein fristete. Und wir sind ja auch in der Lage, uns die Zoos nach diesem Kriterium auszusuchen:

Im Tierpark Hagenbeck in Hamburg habe ich trotz Sommerhitze die glücklichsten Pinguine in einem Zoo entdeckt: Sie dürfen in einer riesigen Kühlhalle leben und rutschen munter übers Eis, statt apathisch auf erträglich kalte Zeiten zu warten.

Das Gondowanaland des Leipziger Zoos ist eine beeindruckende Glaskuppel, in der die Gehege so weiträumig sind, dass die Tiere sich auch den Blicken der Besucher entziehen können. Wenn dann die Tapirmama trotzdem ihr erst zwei Tage altes Tapirkind demonstrativ in Sichtweite spazieren führt, dann muss sie sich dort wohlfühlen, oder?

Für den Zoo in Hannover sollte man einen ganzen Tag einplanen! Einige Gehege dürfen die Besucher betreten und hier mit den Tieren auf Tuch- oder besser auf Fell- und Federkleidfühlung gehen. Ein Pelikan, der mich verfolgt, um noch ein bisschen weiter gestreichelt zu werden, kann nicht sooo unglücklich sein, denke ich.

Und ob Erfurt oder Nürnberg: Welchen Zoo ich in den letzten Jahren auch besucht habe, überall wird versucht, die Bedingungen für die Tiere zu verbessern. In manchen werden sogar Arten erhalten, die es in der freien Wildbahn nicht geschafft haben …

 

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

Noch keine Kommentare »

Kreatief: Können auch Alkoholgegner auf Schnapsideen kommen?

Schreiben ist mein Hobby und meine Leidenschaft, die ich zu meinem Beruf machen durfte. Das ändert freilich nichts an der Tatsache, dass auch mir das Worteklauben nicht immer locker flockig von der Hand geht. Manchmal liegt das an einem Anflug von Grippe, der das Gefühl der Hirnerweichung nach sich zieht. Manchmal liegt es auch an den Themen: Denn nicht immer darf ich über Mode schreiben, die ich am liebsten selbst trage. Oder von Büchern schwärmen, die ich neulich erst verschlungen habe.

Also passiert es hin und wieder: Ich sitze am Schreibtisch, zerraufe mir die Haare, stiere aus dem Fenster … und warte auf das hoffentlich baldige Sich-Davonmachen des Kreatiefs. Das ist normal, dafür muss man sich nicht schämen, das ging schon ganz anderen so! Der von mir für manch tröstende oder erheiternde oder besinnliche Gedichtzeile hoch verehrte Joachim Ringelnatz z. B. kapitulierte, als er im Auftrag einer Berliner Agentur die Badewannen der Firma Krauss bewerben sollte. Wie in dieser Branche üblich schrecklich unter Zeitdruck stehend, war dies alles, was ihm zu dem Thema einfallen wollte:

Der Name Krauss ist mir ein Schreck, ich bade nie, ich liebe Dreck.

Verdient hat Ringelnatz mit diesem Zweizeiler wohl nichts – obwohl ich ihn deutlich ansprechender finde als den Slogan, mit dem vorher geworben wurde: „Dies ist ein Spruch für jedes Haus: Wer Wasser braucht, der braucht auch KRAUSS.“ Aber ob werbetechnisch erfolgreich oder nicht, Ringelnatz hat sich einmal mehr einen Platz im zagenden Herzen der Kreativen gesichert.

 

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

Noch keine Kommentare »

Urlaubsandenken: So oder so!

Muscheln vom Strand, Steine in allen möglichen Formen und Farben (am liebsten die Glück bringenden Hühnergötter!), die von Roy Lichtenstein verewigte Dose Cambells‘ Tomato Soup aus den USA (nach 17 Jahren ist die Flüssigkeit entwichen und die Tomatensuppe klappert beim Schütteln), Streichholzschachteln aus Griechenland, Schweden, Norwegen und Dänemark (stark verblichen und mit abgenutzten Seitenflächen), Kacheln aus Italien … Jeden Urlaub soll ein Andenken zumindest ein kleines Bisschen in den Alltag hinüberretten. Leider aber passiert es immer einmal wieder auch andersherum – dabei versuche ich tatsächlich aufzupassen! In Südengland habe ich vor unglaublichen 19 Jahren einen sanft blauen wollenen Longpulli im Schrank unserer Bed & Breakfast Unterkunft hängen lassen: Er war ein Geschenk meines Mannes – und obwohl der Urlaub wirklich toll war, denke ich eben dieses Pullis wegen doch mit einem Hauch von Wehmut an ihn zurück. Weniger emotionsgeladen sind selbstverständlich irgendwelche Zahnbürsten, Duschgels oder Flaschenöffner, die sich während hektischer Aufbruchsstimmung dem allgemeinen Kofferpacken entziehen. Aber die flauschige Doubleface-Jacke (außen Jersey, innen Fleece), die sich genau sechs Wochen in meinem Eigentum befand und jetzt hinter der Tür unseres Ferien-Schlafzimmers auf eine Mitnahmegelegenheit wartet, die hat wieder das Zeug zu einem Urlaubsandenken der besonderen Art.

 

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

Noch keine Kommentare »

Vegetarisch oder bio?

Manchmal drängen sich Fragen auf, die man sich nie stellen wollte. Ich z.B. sah mich genötigt, folgende Entscheidung zu treffen: Willst du biologisch angebauten Salat essen oder bevorzugst du vegetarische Kost? Beides gleichzeitig geht nämlich nicht, zumindest nicht meiner Erfahrung nach. Gut, die Schnecken kann ich zu nahezu 100 Prozent aus dem Salat pflücken, die haben ja auch eine ansehnliche und somit auffallende Größe. Aber das ganze Kleingetier? Da wasch ich und drehe und wende jedes Blatt einzeln … und doch würde ich meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass sich wirklich kein einziger Mini-Proteinlieferant in der Sauce windet. Verstehen wir uns nicht miss: Das ist keineswegs ungesund. In manch teuren Slow-Food-Lokalen bezahlt man für derlei Delikatesse! Aber vegetarisch ist es eben nicht …

 

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

Noch keine Kommentare »