Wasser marsch!

Öffentliche Toilettenanlagen sind immer wieder ein Erlebnis und aus den Büchern, die darüber zu schreiben wären, greife ich nur ein Thema heraus: das Händewaschen. Nach Besuch der Bedürfnis-Etablissements habe ich ein extrem großes Bedürfnis nach ausgiebigem Säubern meiner Hände.

Hier ist allerdings schon wieder Zeit für eine Exkursion: Es gibt nämlich horror-grusel-erschreckend viele Menschen, die diesen Hang zum Händereinigen NICHT teilen. Und damit sind die Alibi-Wascher noch gar nicht mitgezählt, die von der Toilette kommend 3 Tropfen Wasser über einen Finger laufen lassen und sich damit ausreichend erfrischt fühlen. Nein, in diesem Fall halte ich es mit Herodes und wasche meine Hände in Unschuld. Ende der Exkursion und Wiederüberleitung zum Grundthema: Wenn das Händewaschen denn funktioniert! In schöner (oder besser: unschöner) Regelmäßigkeit stehe ich vor den Waschbecken und:

  1. wedle hektisch vor Sensoren, die vielleicht über, neben oder unter dem Wasserhahn angebracht sind.
  2. drücke wild auf Knöpfe, um dem System den ersehnten Wasserschwall zu entlocken (manchmal drücke ich anschließend auch wieder wild, um den Wasserschwall zu stoppen).
  3. schiebe amorph geformte Hebel (die oberhalb oder unterhalb des Waschbeckens angebracht sein können) abwechselnd nach oben, unten, rechts und links, um schließlich feststellen zu müssen, dass in diesem Fall das Ziehen erforderlich ist.
  4. klatsche in die Hände in der Hoffnung, es mit einem so futuristischem wie hellhörigem Gerät zu tun zu haben.

Fließt dann glücklich das Wasser, beginnt das Spiel erneut: erst mit der Seife, dann mit den verschiedenen Trockensystemen, allen voran mit dem Papiertuchbehälter. Der ist entweder leer (Wahrscheinlichkeitsgrad 87 %) oder schwer zu verstehen, siehe Punkte 1 bis 4.

Wie gesagt: Der Besuch öffentlicher Toiletten ist immer wieder ein Erlebnis.

 

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Oda Gräbner von Qiéro!

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Warum ich diesmal nichts zur WM schreibe …

Jetzt beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 – und ich habe keinerlei Lust, darüber zu schreiben. Und das, obwohl ich der WM 2010 diese Kolumne verdanke! Wir erinnern uns: Damals wollte das Qiéro!-Team ein frauenspezifisches Kontrastprogramm zum männerdominierten Fußball-Wahnsinn. Die WM ging vorbei, meine Kolumne durfte bleiben – und ich bin zum Niederknien dankbar dafür … denn mir macht’s echt Spaß!!! So, und jetzt könnte ich mich zu einem WM-Revival aufschwingen und vom 12. Juni bis 13. Juli das Blaue vom Himmel herunterschreiben … ABER … Vielleicht habe ich im Vorfeld zu viel von Oliver Welkes „heute-show“ geguckt oder eine Überdosis „Die Anstalt“ abbekommen: Auf jeden Fall hat sich bei mir das Bild verfestigt, dass es der FIFA sehr viel weniger um Fußball als um den schnöden Mammon geht. Das allein wäre nicht so verwerflich, ich arbeite schließlich auch, um Geld zu verdienen (dass es mir zudem Spaß macht, ist schließlich mein Privatvergnügen). Also die FIFA soll ruhig Geld verdienen, aber wirklich mit allen Mitteln? Und auf dem Rücken so vieler? Und auf dem Rücken der Ärmsten? Hier haben mir ein paar Informationen zu viel die Lust auf WM-Jubel genommen.

Aber wer weiß, vielleicht springt der Funke ja trotzdem noch über und ich haue kommentierend auf die Tastatur ein. Ein paar LAHMe Witze werden mir schon einfallen, vielleicht ist ja auch ein wirklich NEUER dabei. Und schließlich lässt es sich selbst der Welke nicht nehmen, die WM moderierend zu begleiten, und das, obwohl er bestimmt noch ein paar schmutzige Details mehr kennt als ich …

 

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Oda Gräbner von Qiéro!

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Womit haben Pariser das verdient?

Die sommerlichen Urlaube stehen ins Haus und es ist an der Zeit, sich einige Gedanken darüber zu machen, was die Bewohner unserer Reiseziele so alles an Zweitbedeutung ertragen müssen. Ganz gleich, ob über Google, Duden oder sonst etwas, wer im Internet die Bezeichnung für den männlichen Bewohner der französischen Hauptstadt eingibt, wird als erstes und mit Vehemenz auf das Präservativ stoßen (ist vielleicht jetzt eine unglückliche Wortwahl, ich werde noch einmal darüber nachdenken). Nun ist das den Parisern (also den Bewohnern der Stadt der Liebe) unter Umständen gar nicht soooo unangenehm, da sie zumindest mit dem Erotischen in Verbindung gebracht werden, wenn auch weniger mit der romantischen Seite des Ganzen. Was dagegen müssen Frankfurter und Wiener an Hohn und Spott über sich ergehen lassen? Denn auch bei diesen Namen kommen den wenigsten städtische Einwohner in den Sinn, sondern vielmehr Brühwürstchen (in diesem Fall selbstverständlich ohne jeden erotischen Hintergedanken …). Da haben es die Römer deutlich besser, denn mit einem griffigen Weißweinglas in Verbindung gebracht zu werden, das passt doch zu den Südländern, oder? Nun wirklich unverdient kamen die Hamburger zu ihrer Zweitbedeutung, denn die Stadt Hamburg ist nicht so sonderlich berühmt geworden durch die in ein Brötchen geklemmte Hackfleischfrikadelle. Hier kam ihnen vielmehr der englische Schinken irgendwie in die Quere. Amerikaner schließlich finden sich in hiesigen Bäckereien als zuckersüße, runde Teilchen, gerne schwarz/weiß garniert, was doch nahelegt, dass die Hautfarbe der Besucher aus Übersee eine Rolle bei der Namensfindung gespielt haben könnte. Mit Lyoner und Göttinger sind wir wieder in der Wurstabteilung gelandet und stellen mit Erstaunen fest: Ganz gleich, wo es uns im Urlaub hin verschlagen wird, leibliche Genüsse aller Art werden nicht zu kurz kommen.

 

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Oda Gräbner von Qiéro!

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Geldwäsche – meine Art, mit den Finanzen ins Reine zu kommen

Eines muss man den neuen Fünf-Euro-Scheinen lassen: Sie sind nicht nur extrem fälschungssicher (heißt es … ich habe diesbezüglich keine eigenen Erfahrungen, aber in der Zeitung stand es!), sie überstehen auch problemlos eine 40°C Wäsche im extralangen, weil energiesparenden Waschgang. Allerdings hatte ich Colorwaschmittel verwendet, was die erstaunlich gut erhaltene Farbe auf dem in der Jeans meiner Tochter verbliebenen Geldschein erklären mag. Ein wunderbar glänzendes Ergebnis erzielt man übrigens, wenn man Geldmünzen bei 60°C wäscht: Das blinkt einen so frisch und freundlich an, dass man das Kleingeld gleich noch etwas besser zu schätzen weiß.

Deutlich schlechtere beziehungsweise teurere Erfahrungen mit Geldwäsche hat Joe Cocker gemacht (dem hiermit herzlich nachträglich zum 70. Geburtstag gratuliert sei): Auch seine Mama hat seine Hose gewaschen, ohne die Taschen zu kontrollieren. Darin befand sich die komplette Gage einer Amerikatournee – und der Scheck über 100.000 Dollar war futsch. Auf der anderen Seite hat ihm das wahrscheinlich das Leben und uns etliche wunderbare Songs gerettet, denn damals in den 70ern hätte er das Geld wohl eins zu eins in Alkohol und weniger legale Drogen investiert.

Wollen wir trotzdem versuchen eine Lehre daraus zu ziehen? Unbedingt:

Die Moral von der Geschicht, wasche deine Hosen nicht.

Oder vielleicht doch besser: Saubere Hosen sind schon etwas Feines, aber mit Mitte 30 sollte man anfangen, seine dreckige Wäsche nicht mehr der Mama zu überlassen. In diesem Sinne: You Can Leave Your Hat On, Mister Cocker.

 

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Oda Gräbner von Qiéro!

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Liebesbekenntnis zu einem Universal-Kleidungsstück: der Hüftschal

Es gibt tatsächlich etwas, das in meinem Schrank fast (aber auch nur fast) so häufig vorkommt wie die Strickjacke: Es ist der Hüftschal!

Ich trage ihn im Sommer und im Winter!

Ich trage ihn lang oder kurz!

Ich trage ihn drüber oder drunter!

Ich trage ihn des Tags oder des Nachts! (Ja, auch in der Nacht, ich gebe es zu, selbst wenn ich schon ein bisschen Spott von Qiéro!-Kolleginnen dafür geerntet habe. Aber die Damen leiden eben nicht an einer teils schmerzhaften Sensibilität des Iliosakralgelenks, die können gar nicht wissen, wie gut die schützende Wärme im Hüftbereich tut!) (Bei dieser Gelegenheit: Wahrscheinlich ist der Hüftschal auch gut gegen den Hüftschnupfen. Den hatte ich zwar noch nicht, aber ich wollte ihn mal erwähnt haben, da ich das Wort so wunderbar skurril-schön-klasse finde!)

Ich trage ihn oben oder unten: mal als Rock, mal über der Hüfte, mal als Top-Ersatz.

Ich trage ihn im Theater genauso wie bei Yoga oder beim Walken.

Und ich trage ihn in vielen unterschiedlichen Farben, jeweils passend zu meinem sonstigen Outfit (falls sichtbar) oder gänzlich farbunabhängig je nach momentaner Verfügbarkeit (falls unsichtbar). Zu unseren gestreiften Modellen, die kidneykaren exklusiv für Qiéro! fertigt, habe ich es noch nicht gebracht, das wird aber unweigerlich noch kommen … Gesichert habe ich mir stattdessen unser Patchwork-Modell und zwar in der Farbstellung rot/mandarine/fuchsia/pflaume: Das hat mit Drehen, Wenden und Umschlagen ja noch einige Einsatzmöglichkeiten mehr zu bieten!

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Oda Gräbner von Qiéro!

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Haut uns das um?

P1050389Nein, das Foto zeigt keinen sonnenversengten Ackerboden: Stattdessen sind das Hautfalten, und zwar wunderschöne. Dass ich sie schön finde, mag zum einen daran liegen, dass ich sie nicht an meinem Körper entdeckt habe, sondern an einem elefantösen Dickhäuter. Zum anderen und ganz nahe betrachtet: Sieht dieses krustige Hautgebilde nicht aus wie ein Kunstwerk? Der Künstler schafft es, die schützende Funktion der Haut zu betonen, und doch meint man förmlich das Weiche zu spüren, das die unzähligen aneinander gereihten Wülste vermitteln. Die scharf eingezogenen Furchen und die wiederum mit einem Netz feiner Linien bedeckten Hügelketten bilden in ihrem Kontrast eine Textur, die von einzigartiger Schaffenskraft zeugt. Und – fragt sich die gebannte Betrachterin – steckt eine Botschaft in diesem Kunstwerk? Tatsächlich, fast schreit es uns entgegen: Falten und Fältchen sind ein Zeichen des Lebens und wir sollten sie würdevoll empfangen.

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

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