Kommenden Sonntag gehört uns Frauen die Welt!

Oder wie anders sollte der Begriff „Weltfrauentag“ zu verstehen sein? So, und was fangen wir Frauen am Sonntag nun damit an? Nun, es langt eigentlich schon, wenn uns unsere eigene kleine Welt für diesen Tag wirklich gehört: Keine Fremdbestimmung durch sonst alltägliche Fragen wie „Was gibt’s denn heut zu essen?“ oder „Ist eigentlich mein weißes Shirt schon gewaschen?“. Fragen, die zwar nicht explizit als Arbeitsanweisung formuliert sind, die aber ein unüberhörbares „Jetzt mach mal!“ in sich tragen. Nein, da der 8. März gnädig auf einen Sonntag fällt, werfen wir für diesen einen Tag die Familienbande ab, machen uns davon, rotten uns zusammen und genießen die Unabhängigkeit:

  • Wellness in der Therme
  • Ladies-Night: Kinobesuch mit einem Glas Sekt vorher und mindestens zwei danach
  • gegenseitig schminken & stylen und dann geht sie ab, die ultimative Modenschau!
  • „Chocolat“ gucken und dabei Kakao mit Chili schlürfen, Pralinen futtern und mit Schokoladen-Tarte den Magen sprengen
  • (oder: ein bisschen sehr viel herzhafter, aber vom selben Regisseur) „Madam Mallory und der Duft von Curry“ gucken und dabei alle Varianten von Kardamom & Co. verdrücken
  • um 17.35 Uhr auf Arte die Dokumentation über Künstlerinnen wie Angelika Kaufmann oder Artemisia Gentileschi anschauen ODER/UND
  • noch viel besser: selbst Pinsel, Stift und Farbe zur Hand nehmen und mit einem Urschrei die eigene Kreativität lostreten UND dabei – klar, was sonst? – das „Mama mia“-Musical rauf und runter singen

Oder was fangen wir sonst Tolles an mit diesem Tag?

 

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

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Männer klicken anders

Dass Männer anders ticken und Frauen anders einparken, ist in unzähligen Büchern ausreichend diskutiert worden (was freilich noch nichts über den Wahrheitsgrad der Behauptung aussagt). Dass jedoch Männer anders klicken, das konnte ich empirisch in meinem engeren Umfeld feststellen. Damit meine ich weder das ungestüme, über jedes „Lesen Sie genau, ehe Sie zustimmen“ hinweg huschende Klicken meines jüngsten Familienmitglieds. Noch meine ich das zögernde, dann aber an jahrzehntelangem Arbeiten mit der mechanischen Schreibmaschine geschulte Einhacken auf die Tastatur, das ein in Ehren ergrautes Familienmitglied praktiziert. Nein, ich meine das typische Klickverhalten der Männer meiner eigenen Generation, das ich bei mehreren Vertretern der Spezies beobachten konnte: Ausgangssituation ist keine ungewöhnliche – der Computer reagiert nicht sofort auf den ersten Klick. Das kann Mann nicht dulden. Es hilft nichts, vorsichtig zwischen Computer und Mann vermitteln zu wollen: Doch, doch, er reagiert. Gib ihm einen Moment Zeit, er arbeitet für dich unsichtbar im Hintergrund. Vergebliche Argumentations- und Liebesmüh: Mann schickt dem ersten und vermeintlich unbeantwortetem Klick sich in der Wutintensität steigernde 37 weitere Klicks hinterher.

Mehrere Folgeszenarien sind möglich:

  1. Der Computer macht einen auf gekränkt und sensibel und stellt das Arbeiten vorübergehend ganz ein: Systemabsturz.
  2. Der Computer kommt – wenn auch zeitlich verzögert – den Anordnungen wie gewünscht nach und öffnet z.B. 38 neue Worddateien.
  3. Der Computer hatte während seiner nach außen präsentierten Denkpause im Hintergrund fleißig gearbeitet und einige Felder geöffnet, die nun auf bestätigendes Klicken warteten – 37 bestätigende Klicks folgten und wenn jetzt nur eine Waschmaschine bestellt ist, haben Mann und Frau Glück gehabt.

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

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Doch es gibt wundervolle Menschen auf dieser Erde

Man muss sie nur suchen, zu finden sind sie. Sie bauen wundersame, gen Himmel strebende Brücken von einem Herzen zum andern über die Abgründe hinweg, die die Welt aufgerissen hat.

Fritz Reuter schrieb das in seinem Gesellschaftsroman „Ut mine Stromtid“. Und einmal ganz davon abgesehen, dass ich hiermit einen Buchtipp gebe (Wer etwas aus erster Hand über das norddeutsche Landleben des 19. Jahrhunderts erfahren will und guten, pointierten wie welterschaffenden Erzählstil schätzt, dem seien die nur auf den ersten Blick verstaubten Bücher eines Fritz Reuter ans Herz gelegt – vielleicht in hochdeutscher Übersetzung für alle, die wie ich des Plattdeutschen nicht mächtig sind.) – also von diesem Buchtipp eben einmal abgesehen: Reuter hat recht! Man muss die wundervollen Menschen suchen, zu finden sind sie. Und so schön und bewegend sich Nachrufe z.B. auf einen Richard von Weizsäcker lesen, und so wichtig es ist, auf die herausragenden Qualitäten der Verstorbenen hinzuweisen … kommt die Suche nach den wundervollen und quicklebendigen Menschen nicht etwas zu kurz? Also Augen auf: Sucht und findet sie … sie bauen wundersame, gen Himmel strebende Brücken von einem Herzen zum andern über die Abgründe hinweg, die die Welt aufgerissen hat.

 

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

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Das ist MEIN Pulli: für diese Saison, die nächste und …

P1070893… die übernächste … und – wie ich mich kenne – ist Pulli Sanne auch noch einige weitere Saisons bei mir im Einsatz. In dieses grobgestrickte Stahlblau habe ich mich ja schon verliebt, als unsere Kollektionsdesignerinnen mir den Pulli zum Texten vorgestellt haben: Also schon Anfang August letzten Jahres! Und jetzt kam er also endlich im ersten Paket des Qiéro!-Frühjahrs an – und siehe da – er war noch genau so klasse, wie ich ihn in Erinnerung hatte: Er ist ein bisschen länger, das finde ich ganz angenehm. Die lockere Querrippe lässt das Stahlblau hell und dunkel wechseln – so ist der Pulli einfarbig, aber nicht eintönig. Und dieser Pulli eignet sich super zu erklären, was mit „hochwertig in Form gestrickt“ gemeint ist: Schaut man sich nämlich die Ärmelansätze an, dann ist hier das Rippenmuster ganz deutlich abgegrenzt von dem stufigen „Verjüngen“ des Ärmels. Das braucht der Pulli, damit er perfekt an den Schultern sitzt und unter den Achseln nicht zu viel mitbringt – damit eben die Ärmelform stimmt. Man könnte das auch durch Schneiden erreichen – wäre günstiger in der Herstellung –, aber schöner sieht definitiv die aufwendigere Methode aus! Mit anderen Worten: Wenn in den Modetexten „hochwertig in Form gestrickt“ steht, dann ist das ein echtes Qualitätskriterium!

Schau ich bei mir aus dem Fenster und sehe die Schneeflöckchen treiben, dann fällt mir noch ein riesengroßer Vorteil meines Pullis auf: Im Gegensatz zu den luftigen Kleidchen kann ich ihn schon jetzt tragen!

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

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Ausflugstipp für Kunstbegeisterte: Stadtschloss Weimar

Ein Tagesausflug nach Weimar bedeutet vor allem eins: Er wird weitere nach sich ziehen! Denn wer nur halbwegs interessiert an Kunst und/oder Geschichte ist, kann Weimar an einem Tag nicht guten Gewissens abhaken. ABER mit dem Besuch des Stadtschlosses hat man zumindest die Malerei aus den drei Blütezeiten Weimars kompakt beisammen: die Zeit rund um Cranach, die Zeit rund um Goethe und die Zeit rund um Bauhaus. Und welche Schätze hier ausgestellt sind! Bekannte Namen und neu zu entdeckende wechseln, und das Beste (zumindest aus der Sicht der Kunstgenießenden): Man ist fast allein zwischen Caspar David Friedrich, Max Liebermann, Claude Monet und Hans Olde, die endlos langen Gänge und Zimmerfluchten dürfen ohne jedes Drängeln in aller Ruhe erkundet werden. Das ist erstaunlich, denn nur wenige Meter weiter schieben sich die Touristenmassen durch die berühmte Anna-Amalia-Bibliothek und mussten ihre Eintrittskarten vorab im Internet kaufen.

Das Schloss selbst ist schon beeindruckend genug: Der durch den Brand von 1774 erzwungene Neubau kann sich – trotz wie immer klammer Staatsfinanzen – sehen lassen! Ein Höhepunkt ist das stattliche Treppenhaus: Hier stellte sich Herzogin Anna Amalia höchst selbst und (wie im Audioguide betont wird) allein dem Eroberer Napoleon entgegen!

Wie schon erwähnt, brachten die fast drei Stunden schlendernden Erkundens manche Neuheit für mich. Trotz ihrer erstaunlichen Karriere gänzlich unbekannt war mir Anna Dorothea Therbusch, die von 1721 bis 1782 lebte und mit einem Selbstportrait in Weimar vertreten ist. Die Porträtmalerin wurde von ihrem Vater ausgebildet, denn zur Kunstakademie durfte sie als Frau damals ja nicht. In Paris lehnte die Académie Royale ihre Arbeit zunächst mit der Begründung ab, sie sei so gut, dass sie unmöglich von einer Frau stammen könne! Mitglied wurde sie später trotzdem, ebenso wie in der Stuttgarter Académie des Arts und – als erste Frau überhaupt – in der Akademie der bildenden Künste Wien. Friedrich der Große und Zarin Katharina II. von Russland ließen sich von ihr malen … und eines ihrer etwa 200 Gemälde ist heute im Weimarer Stadtschloss zu bewundern.

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!P1070852

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Extrem lässig: Die älteste Hose der Welt sieht aus wie unsere Jerseyhose Nova!

Tiefer Schritt und wJerseyhose 001eit genug, um ein Pferd zwischen die Beine klemmen zu können: Die Chinesen wussten schon vor 3.200 Jahren, wie man eine klasse Hose schneidert! Im Rahmen des Projektes „Seidenstraßenmode“ präsentierte ein deutsch-chinesisches Team des Deutschen Archäologischen Instituts letztes Jahr die wahrscheinlich älteste noch erhaltene Hose der Welt: Zwei Beinstücke und ein breiter, gestufter Zwickelteil gaben den Reiterkriegern in den Steppen Eurasiens einerseits Schutz und andererseits Bewegungsfreiheit. Graduelle Unterschiede bestehen freilich zu unserer verblüffend ähnlichen Jerseyhose Nova: Die Ur-Hose wurde aus Wolle gewebt (wahrscheinlich waren damalige Beine auch nicht so kratzsensibel wie heute …), unsere aus einem streichelweichen Viskose-Elastan-Garn gewirkt. Auf dem guten alten Stück sind tatsächlich dezente Musterungen zu erkennen: Ton in Ton gehalten, Braun in verschiedenen Abstufungen. Na, cooler Schwarz-Weiß-Look wäre ja auch ein bisschen zu viel verlangt, aber ansonsten ist die Mode in den 3.200 Jahren doch erstaunlich stabil geblieben, oder?

Bis Klick-mich-nächsten-Dienstag

Oda Gräbner von Qiéro!

 

PS: Wer sich die chinesische Ur-Hose ansehen möchte, findet sie z.B. über www.damals.de!

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